Progression

Was bedeutet Progression?

Die Progression ist eine vertragliche Regelung zur Berechnung der Invaliditätsleistung. Ohne Progression kann sich die Leistung zunächst aus der vereinbarten Invaliditätssumme und dem festgestellten Invaliditätsgrad ergeben. Eine vereinbarte Progression verändert diese Berechnung bei höheren Invaliditätsgraden.

Dadurch kann die ausgezahlte Invaliditätsleistung stärker steigen als der Invaliditätsgrad selbst. Welche Progressionsregel gilt, lässt sich nicht allein aus dem Begriff Progression ableiten, sondern muss dem jeweiligen Vertrag entnommen werden.

Vertragliche Vereinbarung

Eine Progression gilt nur, wenn sie Bestandteil des vereinbarten Versicherungsschutzes ist.

Invaliditätsgrad

Die Wirkung der Progression knüpft an den nach den Versicherungsbedingungen festgestellten unfallbedingten Invaliditätsgrad an.

Invaliditätssumme

Die vereinbarte Versicherungssumme bildet zusammen mit dem Invaliditätsgrad und der Progressionsregel die Grundlage der Leistungsberechnung.

Weitere mögliche Leistungsformen der Unfallversicherung finden Sie unter Leistungen.

Wie funktioniert eine Progression?

Bei einer Progressionsregel wird nicht jeder Prozentpunkt des Invaliditätsgrades über den gesamten Bereich gleich bewertet. Ab bestimmten Invaliditätsgraden kann sich der für die Leistung maßgebliche Prozentsatz stärker erhöhen.

Die genaue Berechnungsweise kann sich zwischen Tarifen unterscheiden. Versicherungsbedingungen können beispielsweise festlegen, ab welchen Invaliditätsgraden zusätzliche Prozentsätze der vereinbarten Invaliditätssumme berücksichtigt werden.

Niedrigere Invaliditätsgrade

In unteren Bereichen kann die Leistung noch weitgehend der normalen Berechnung aus Versicherungssumme und Invaliditätsgrad folgen.

Höhere Invaliditätsgrade

Mit zunehmendem Invaliditätsgrad kann die vereinbarte Progression zu einer überproportional höheren Invaliditätsleistung führen.

Tarifabhängige Staffel

Ab welchem Punkt die Progression einsetzt und wie stark sie wirkt, bestimmt die im Vertrag vereinbarte Progressionsstaffel.

Wie der maßgebliche Grad einer dauerhaften Unfallfolge bestimmt wird, erläutert die Seite Invaliditätsgrad.

Wie beeinflusst sie die Kapitalleistung?

Die Progression verändert nicht den medizinisch festgestellten Invaliditätsgrad. Sie wirkt vielmehr auf die Berechnung der daraus resultierenden Invaliditätsleistung.

Damit sind Invaliditätsgrad und Leistungsprozentsatz voneinander zu unterscheiden. Bei einem Tarif mit Progression kann ein bestimmter Invaliditätsgrad zu einer höheren Auszahlung führen als bei derselben Versicherungssumme ohne Progressionsregel.

Invaliditätsgrad

Er beschreibt das Ausmaß der dauerhaften unfallbedingten Beeinträchtigung nach den vertraglichen Bewertungsregeln.

Leistungsprozentsatz

Die Progressionsstaffel kann dazu führen, dass für die Berechnung der Leistung ein höherer Prozentsatz der Versicherungssumme angesetzt wird.

Kapitalauszahlung

Die daraus berechnete Invaliditätsleistung wird entsprechend den vertraglichen Voraussetzungen als Kapitalleistung ausgezahlt.

Weitere Informationen zur einmaligen Auszahlung finden Sie unter Kapitalleistung.

Progression und andere Leistungsarten

Eine Progressionsregel ist von anderen Leistungsarten der Unfallversicherung zu unterscheiden. Sie beschreibt insbesondere die Berechnung einer vereinbarten Invaliditätsleistung und begründet nicht automatisch höhere Leistungen in sämtlichen anderen Versicherungsbereichen.

Unfallrente, Krankenhaustagegeld, Tagegeld oder Todesfallleistung können nach eigenen Versicherungssummen und Leistungsvoraussetzungen berechnet werden. Ob ein Vertrag darüber hinaus besondere Verknüpfungen vorsieht, ergibt sich aus seinen Versicherungsbedingungen.

Invaliditätsleistung

Hier kann eine Progression die Höhe der Kapitalleistung bei höheren Invaliditätsgraden beeinflussen.

Unfallrente

Eine Unfallrente folgt den dafür vereinbarten Voraussetzungen und wird nicht allein durch eine Progression der Invaliditätsleistung bestimmt.

Weitere Leistungen

Auch Tagegeld, Krankenhaustagegeld oder Todesfallleistungen besitzen eigene vertragliche Berechnungs- und Leistungsvoraussetzungen.

Die Grundlagen dauerhafter Unfallfolgen und der Invaliditätsleistung werden unter Invalidität näher beschrieben.

Die Inhalte auf Kosten-Unfallversicherung.de dienen allgemeinen Informationszwecken. Sie beschreiben Funktionsweise und Auswirkungen einer Progression, ohne eine bestimmte Progressionshöhe, Versicherungssumme oder Tarifgestaltung zu empfehlen.

FAQ – Häufige Fragen

Was bedeutet Progression in der Unfallversicherung?

Progression bezeichnet eine vereinbarte Berechnungsregel, durch die die Invaliditätsleistung bei höheren Invaliditätsgraden stärker steigen kann als bei einer rein linearen Berechnung.

Ist eine Progression automatisch in jeder Unfallversicherung enthalten?

Nein. Ob eine Progression vereinbart ist und wie sie ausgestaltet wird, ergibt sich aus dem jeweiligen Versicherungsvertrag.

Verändert die Progression den Invaliditätsgrad?

Nein. Der Invaliditätsgrad wird nach den vertraglichen Bewertungsregeln bestimmt. Die Progression beeinflusst anschließend die Berechnung der daraus resultierenden Invaliditätsleistung.

Weiterführende Informationen und Services zur Unfallversicherung

→ Unfallversicherungs-Themen weiter vertiefen ✅ Regionale Informationen zur Unfallversicherung

Hinweis: Die Inhalte auf Kosten-Unfallversicherung.de dienen ausschließlich der allgemeinen Information und thematischen Einordnung. Sie stellen keine individuelle Beratung dar. Es gilt der rechtliche Hinweis im Footer.

Weiterführende Informationen und Services finden Sie im Service Hub und über externe Serviceangebote.
Ergänzende regionale Informationen können über Berater-A-Z.de bereitgestellt werden.