Private Unfallversicherung · Invalidität
Dauerfolgen nach einem Unfall – dauerhafte Beeinträchtigungen und Invalidität
Dauerfolgen sind körperliche oder geistige Beeinträchtigungen, die nach einem Unfall voraussichtlich langfristig bestehen bleiben. Für die private Unfallversicherung sind solche bleibenden Unfallfolgen insbesondere bei der Feststellung einer Invalidität von Bedeutung. Entscheidend sind der Zusammenhang mit dem versicherten Unfall, die Dauerhaftigkeit der Beeinträchtigung und die Bewertungsregeln des jeweiligen Versicherungsvertrags.
Was sind Dauerfolgen nach einem Unfall?
Als Dauerfolgen werden Beeinträchtigungen bezeichnet, die infolge eines Unfalls nicht nur vorübergehend bestehen. Dazu können beispielsweise bleibende Funktionsverluste, Bewegungseinschränkungen oder andere dauerhaft verbleibende körperliche oder geistige Beeinträchtigungen gehören.
In der privaten Unfallversicherung stellen Dauerfolgen keine eigenständige Leistungsart dar. Sie können jedoch eine wesentliche Voraussetzung dafür sein, dass eine unfallbedingte Invalidität festgestellt und eine dafür vereinbarte Versicherungsleistung geprüft wird.
Bleibende Funktionsstörung
Nach einem Unfall kann die Beweglichkeit oder Funktionsfähigkeit eines Körperteils dauerhaft eingeschränkt bleiben.
Körperliche oder geistige Folgen
Für die Invalidität können sowohl dauerhafte körperliche als auch dauerhafte geistige Beeinträchtigungen relevant sein.
Unfallbedingter Zusammenhang
Die dauerhafte Beeinträchtigung muss nach den Vertragsbedingungen auf das versicherte Unfallereignis zurückzuführen sein.
Die versicherungsrechtlichen Grundlagen einer dauerhaften Beeinträchtigung werden unter Invalidität näher beschrieben.
Wann gilt eine Beeinträchtigung als dauerhaft?
Für die private Unfallversicherung bedeutet „dauerhaft“ nicht lediglich, dass Beschwerden über mehrere Wochen oder Monate fortbestehen. Entscheidend ist die langfristige Prognose der unfallbedingten Beeinträchtigung.
In den Musterbedingungen der Versicherungswirtschaft gilt eine Beeinträchtigung als dauerhaft, wenn sie voraussichtlich länger als drei Jahre bestehen wird und eine Änderung dieses Zustands nicht zu erwarten ist. Der konkrete Versicherungsvertrag kann hiervon abweichende Regelungen enthalten.
Langfristige Prognose
Für die Bewertung kommt es darauf an, ob die Beeinträchtigung nach medizinischer Einschätzung dauerhaft bestehen wird.
Nicht nur Behandlungsdauer
Eine noch laufende Behandlung schließt eine dauerhafte Unfallfolge nicht automatisch aus. Ebenso bedeutet das Ende einer Behandlung nicht zwangsläufig, dass bereits Invalidität vorliegt.
Vorübergehende Beschwerden
Verletzungen oder Beschwerden, bei denen eine vollständige oder wesentliche Wiederherstellung zu erwarten ist, erfüllen die Voraussetzung einer dauerhaften Beeinträchtigung nicht allein durch ihre vorübergehende Dauer.
Wie das Ausmaß einer dauerhaften Beeinträchtigung in Prozent bewertet werden kann, erläutert die Seite Invaliditätsgrad.
Wie werden Dauerfolgen festgestellt und bewertet?
Für die Bewertung dauerhafter Unfallfolgen können ärztliche Befunde, Untersuchungsergebnisse, bildgebende Verfahren, Angaben zum Heilungsverlauf und medizinische Gutachten herangezogen werden. Entscheidend ist nicht allein die ursprüngliche Verletzung, sondern welche Beeinträchtigungen dauerhaft zurückbleiben.
Bei der privaten Unfallversicherung erfolgt die weitere versicherungsvertragliche Bewertung nach den vereinbarten Regeln. Für bestimmte Körperteile und Sinnesorgane kann beispielsweise eine Gliedertaxe maßgeblich sein. Andere Beeinträchtigungen werden nach den dafür vorgesehenen medizinischen und vertraglichen Maßstäben beurteilt.
Ärztliche Befunde
Untersuchungsergebnisse und dokumentierte Funktionsbeeinträchtigungen können die medizinische Grundlage der Bewertung bilden.
Heilungsverlauf
Der Verlauf nach dem Unfall kann zeigen, welche Beschwerden vorübergehend sind und welche Beeinträchtigungen dauerhaft bestehen bleiben.
Medizinische Bewertung
Eine Begutachtung kann dazu dienen, Art, Ursache und Ausmaß der verbleibenden Unfallfolgen festzustellen.
Weitere Informationen zur medizinischen Bewertung im Leistungsfall finden Sie unter Begutachtung.
Welche Bedeutung haben Dauerfolgen für Versicherungsleistungen?
Dauerfolgen allein bestimmen noch nicht die Höhe einer Versicherungsleistung. Zunächst muss geprüft werden, ob die Beeinträchtigung auf einen versicherten Unfall zurückzuführen ist und nach den Vertragsbedingungen als Invalidität berücksichtigt werden kann.
Anschließend kann der Invaliditätsgrad bestimmt werden. Dieser kann insbesondere für eine vereinbarte Invaliditäts-Kapitalleistung oder für das Erreichen einer Mindestgrenze bei einer Unfallrente von Bedeutung sein.
Davon zu unterscheiden sind sämtliche gesundheitlichen Folgen, die unmittelbar nach einem Unfall auftreten. Solche Unfallfolgen können vorübergehend oder dauerhaft sein. Erst bei einer dauerhaften Beeinträchtigung wird die Frage der Invalidität relevant.
Unfallfolge
Eine gesundheitliche Folge kann unmittelbar oder verzögert nach einem Unfall auftreten und auch wieder vollständig ausheilen.
Dauerfolge
Sie beschreibt eine langfristig verbleibende unfallbedingte Beeinträchtigung.
Invalidität
Erfüllt eine Dauerfolge die vertraglichen Voraussetzungen, kann sie als Invalidität bewertet und einem Invaliditätsgrad zugeordnet werden.
Die allgemeineren gesundheitlichen Auswirkungen eines Unfallereignisses werden unter Unfallfolgen näher dargestellt.
Die Inhalte auf Kosten-Unfallversicherung.de dienen allgemeinen Informationszwecken. Sie beschreiben dauerhafte Unfallfolgen und ihre mögliche Bedeutung für die private Unfallversicherung, ohne eine konkrete Invalidität oder Versicherungsleistung im Einzelfall zu beurteilen.
FAQ – Häufige Fragen
Was sind Dauerfolgen nach einem Unfall?
Dauerfolgen sind körperliche oder geistige Beeinträchtigungen, die infolge eines Unfalls langfristig bestehen bleiben. In der privaten Unfallversicherung können sie für die Feststellung einer Invalidität von Bedeutung sein.
Muss eine Behandlung abgeschlossen sein, damit eine Dauerfolge vorliegt?
Nicht zwingend. Entscheidend ist die langfristige medizinische Prognose der Beeinträchtigung. Eine laufende Behandlung schließt eine dauerhafte Unfallfolge deshalb nicht automatisch aus.
Sind Dauerfolgen automatisch eine Invalidität?
Nein. Für eine Invalidität müssen zusätzlich die Voraussetzungen des jeweiligen Unfallversicherungsvertrags erfüllt sein. Dazu gehören insbesondere der Zusammenhang mit einem versicherten Unfall und die vertragliche Bewertung der dauerhaften Beeinträchtigung.